Von Redaktion, Fotos: START-Stiftung
48 Jugendliche aus Baden-Württemberg sind neu in den Programmen der START-Stiftung. 16 von ihnen erhalten das dreijährige START-Stipendium, 32 weitere nehmen an den einjährigen Programmen START Coding und START Career teil. Möglich machen die Förderung im Land die Dieter Schwarz Stiftung und die Dietmar Hopp Stiftung.
Welche Schule jemand besucht, spielt keine Rolle. Auch die Noten zählen nicht. Vielmehr achtet die START-Stiftung nach eigenen Angaben allein auf Persönlichkeit, Motivation und Engagement. Allein in diesem Jahr haben sich bundesweit 1.475 Schülerinnen und Schüler beworben. Dabei fördert die Stiftung im neuen Schuljahr insgesamt 478 Jugendliche mit Migrationsbezug.
Was das START-Stipendium umfasst
In Baden-Württemberg beginnen acht Mädchen und acht Jungen das Stipendium mit einem Kennenlernwochenende. Drei Jahre lang besuchen sie danach Kurse und Workshops zu Persönlichkeitsentwicklung, gesellschaftlichem Engagement und Berufsorientierung. Erfahrene Pädagoginnen und Pädagogen begleiten sie dabei. Zudem erhalten die Geförderten insgesamt 3.500 Euro Bildungsgeld.
Die beiden kürzeren Programme setzen andere Schwerpunkte. So geht es bei START Coding um den Umgang mit KI und die Entwicklung der Digitalisierung. Begleitet von Tutorinnen und Tutoren lernen die Teilnehmenden außerdem die IT-Branche kennen. START Career dreht sich hingegen um die Frage, was nach der Schule kommt. Dort erhalten die Jugendlichen praxisnah Orientierung zu Berufsbildern sowie Ausbildungs- und Studienwegen. Zudem lernen sie Unternehmen kennen, und Mentorinnen und Mentoren begleiten sie durch das Programm.

Warum die Dieter Schwarz Stiftung START fördert
Prof. Dr. Bärbel G. Renner, Geschäftsführerin der Dieter Schwarz Stiftung, sieht in dem Programm einen Beitrag zur Chancengerechtigkeit. Denn junge Menschen sollten Unterstützung bei der Gestaltung ihrer Bildungsbiografie erhalten. Zugleich wolle die Stiftung sie ermutigen, ihr Potenzial zu entdecken und das Land aktiv mitzugestalten. Es gehe darum, dass »das Wohin zählt, nicht das Woher«.
Auch Uta Mielisch, Referentin bei der Dietmar Hopp Stiftung, betont die Entwicklung jedes Einzelnen. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten lernten, sich verantwortungsbewusst mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Außerdem setzten sie sich für ein gemeinschaftliches Miteinander ein. »Genau diese Einstellung brauchen wir für eine friedliche Zukunft«, sagt Mielisch.
Eine neue Stipendiatin aus Sindelfingen
Eine der neuen Stipendiatinnen ist Dilbar Jumayeva. Die 15-Jährige aus Sindelfingen blickt zuversichtlich auf die kommenden drei Jahre. »In den kommenden drei Jahren freue ich mich vor allem darauf, viele neue Menschen kennenzulernen und Freundschaften zu schließen«, sagt sie. Durch den Austausch mit den anderen Stipendiatinnen und Stipendiaten wolle sie zudem ihre Kommunikationsfähigkeiten verbessern und offener werden.
Seit fast 25 Jahren aktiv
Die START-Stiftung ist eine Tochter der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und arbeitet seit 2002. Im Jahr 2027 feiert sie deshalb ihr 25-jähriges Jubiläum. Offen ist START für Jugendliche, die in Deutschland eine weiter- oder berufsbildende Schule besuchen. Bei Beginn der Förderung müssen sie mindestens 14 Jahre alt sein. Zudem gilt: Sie selbst oder mindestens ein Elternteil sind zugewandert.
Darüber hinaus können alle interessierten Schülerinnen und Schüler mit Migrationsbezug Teil der START Community werden. Sie umfasst mittlerweile mehr als 3.000 Jugendliche. Auf der Plattform START Campus nutzen die Registrierten kostenfreie Bildungsangebote und vernetzen sich. Seit Neuestem erhalten sie dort auch europaweit anerkannte digitale Zertifikate. »Und unsere Arbeit zeigt Wirkung«, sagt Geschäftsführer Farid Bidardel. Das belege nicht nur die Wirkungsmessung der Stiftung, sondern zeige sich auch an den fast 4.000 ehemaligen Geförderten.