Expedition Elementarbildung: experimenta und aim laden zum Fachtag für Kitas

Von Redaktion, Fotos: experimenta

Am 17. Oktober findet zum elften Mal der Fachtag »Expedition Elementarbildung« statt, ein Kooperationsprojekt von experimenta und aim. Pädagogische Fachkräfte erfahren dort in acht Workshops, wie sie Kinder sprachlich beim Entdecken der Welt begleiten können. Im Interview erzählen Julia Metzger von der experimenta und Nina Püschel von der aim, was die Teilnehmenden erwartet. Ab Frühjahr 2027 bauen beide Einrichtungen ihre Kooperation weiter aus.

Erwachsene fahren an einem Karottenfeld einfach vorbei. Kinder hingegen würden fragen, wie lange Karotten zum Wachsen brauchen und wann man sie ernten kann. Und ob unter der Erde auch Regenwürmer leben. Diesen Unterschied bemerkte Nina Püschel einmal bei einer Radtour mit Freunden. Durch ihre Arbeit in der Kita habe sie gelernt, die Welt wieder stärker aus der Perspektive von Kindern zu sehen. Denn Kinder lenkten den Blick auf Dinge, die Erwachsene im Alltag schnell übersehen.

Sprache und MINT gehören zusammen

Um diesen Blick geht es auch beim Fachtag. Das Motto lautet »Sprechen, Staunen, Forschen«, ergänzt um den Zusatz »mit Sprache die Welt entdecken«. »Sprache ist für mich ein Schlüssel, um die Welt zu verstehen und Neues zu lernen«, sagt Püschel. Bei der aim entwickelt sie Weiterbildungen für frühe Bildung. Sprache helfe Kindern, Beobachtungen auszudrücken, Fragen zu stellen und Zusammenhänge zu entdecken. Deshalb gehören Sprache und MINT-Bildung für sie untrennbar zusammen.

Julia Metzger sieht das ähnlich. Beim Forschen lernten Kinder neue Begriffe, beschrieben Beobachtungen und tauschten sich aus. Dabei stießen sie immer wieder auf Dinge, für die sie noch kein Wort kennen. Zugleich könnten Fachkräfte Kinder durch Sprache zum Forschen anregen. Erwachsene sähen die Welt dagegen oft als Sammlung von Dingen, die sie schon kennen. Kinder seien noch beim Herausfinden und gingen deshalb offener mit Themen um. Auch wenn das fünfte »Warum?« vielleicht nerve, lohne es sich, hinzuhören.

Was die Expedition Elementarbildung bietet

Viele Fachkräfte hätten bei MINT-Themen zunächst Berührungsängste, sagt Püschel. Sie dächten, dafür brauche es besonderes Fachwissen oder aufwendige Experimente. Dabei stecke MINT überall drin, in Büchern, beim Kochen und Backen, in der Bewegung oder draußen in der Natur. Metzger rät, Kinder ernst zu nehmen und sich Zeit für ihre Fragen zu nehmen. »Das erfordert zwar etwas Flexibilität, aber keineswegs eine Promotion«, sagt sie.

Insgesamt stehen acht Workshops auf dem Programm. Püschel würde »MINT in der Küche« besuchen, weil sich die Inhalte direkt in den Kita-Alltag übertragen lassen. Schließlich entstehen beim Kuchenbacken die Fragen von selbst, etwa warum der Teig durch das Backpulver aufgeht. Metzger empfiehlt »Es war einmal MINT«, in dem die Erfahrung vieler experimenta-Kurse mit Kindern steckt. Dort erarbeiten die Teilnehmenden ein Konzept, das sie danach direkt in der Kita einsetzen können. Selbst würde sie »Sprache forschend entdecken« wählen, weil sie sich gern mit Informatik und KI beschäftigt. Denn auch beim Programmieren oder Prompten müsse man exakt beschreiben, damit das System einen versteht.

Neues Angebot ab 2027

Die Zusammenarbeit von aim und experimenta wächst weiter. Ab Frühjahr 2027 bieten beide eine neue Qualifizierung für pädagogische Fachkräfte in Kitas an. Sie soll praktische Einblicke in die MINT-Bildung geben, und auch die sprachliche Begleitung der Kinder spielt dabei eine Rolle. Als neue Partnerin ist die Forscherstation Heidelberg an Bord. Sie konzentriert sich auf frühe naturwissenschaftliche Bildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung.

Nina Püschel studierte Grundschullehramt und arbeitete im Leitungsteam einer Kita, bevor sie im Oktober 2025 zur aim kam. Julia Metzger studierte ebenfalls Grundschullehramt, mit Mathematik und Technik. Seit 2023 entwickelt sie in den Schülerlaboren der experimenta Kurse für Kita- und Schulgruppen sowie Fortbildungen für Fachkräfte.

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