Von Redaktion, Fotos: DHBW Heilbronn
Alina Pfenninger arbeitet als Anästhesietechnische Assistentin bei den SLK-Kliniken am Klinikum am Plattenwald. Nun studiert sie zusätzlich Medizintechnische Wissenschaften an der DHBW Heilbronn, einen der beiden Studiengänge, die zum Wintersemester neu gestartet sind. Im Interview mit der Hochschule erzählt sie, warum sie diesen Schritt geht und was ihren Beruf im OP ausmacht.
Unter dem Beruf der Anästhesietechnischen Assistentin können sich viele Menschen wenig vorstellen. So formuliert es die DHBW Heilbronn in ihrem Interview mit Alina Pfenninger. Deshalb erklärt sie ihn kurz: Im Mittelpunkt stünden die Vor- und Nachbereitung einer Narkose sowie die Unterstützung bei ihrer Durchführung. Dabei gehe es immer um die Sicherheit und das Wohlbefinden der Patientinnen und Patienten. Denn sie begleite Menschen in einer oft ungewohnten und angespannten Situation. Das beginne beim Einschleusen in den OP-Bereich und reiche bis zur Nachbetreuung im Aufwachraum.
Kein Tag wie der andere
Dafür brauche man Fachwissen, Verantwortungsbewusstsein und zugleich viel Einfühlungsvermögen. Wie ein Arbeitstag aussieht, hängt laut Pfenninger stark von der Schicht ab. Je nach Einsatzbereich und geplanten Eingriffen unterschieden sich die Abläufe. Im OP sei kein Tag exakt wie der andere, und gerade diese Abwechslung mache den Beruf für sie interessant.
Ihre Ausbildung absolvierte Pfenninger von 2020 bis 2023 bei den SLK-Kliniken. Seitdem arbeitet sie dort in Vollzeit am Standort Klinikum am Plattenwald. Außerdem hat sie sich bereits zur Praxisanleiterin weitergebildet. Dabei merkte sie, dass sie ihr Wissen noch weiter ausbauen möchte.

Medizintechnische Wissenschaften: neu an der DHBW Heilbronn
Den nächsten Schritt geht sie nun an der DHBW Heilbronn. Dort ist der Studiengang Medizintechnische Wissenschaften zum 1. Oktober gestartet. Er richtet sich an Fachkräfte mit abgeschlossener Berufsausbildung, etwa aus der Anästhesie- und Operationstechnik, dem Rettungsdienst oder der medizinischen Technologie. Weil die Hochschule die Ausbildung anrechnet, können sie laut DHBW schon nach anderthalb Jahren den Bachelor of Science erwerben.
Auf das Angebot stieß Pfenninger auf zwei Wegen. Zunächst informierte sie sich selbst online, wie sie auf ihrer Ausbildung aufbauen kann. Hinzu kam ein Hinweis über die interne Kommunikation der Gesundheitsakademie der SLK-Kliniken. So trafen eigenes Interesse und die passende Information zum richtigen Zeitpunkt zusammen.
Zurück zum theoretischen Lernen
Die größte Herausforderung sieht sie darin, sich wieder stärker auf theoretisches Lernen einzulassen. Nach Ausbildung und Berufseinstieg sei man sehr praxisorientiert unterwegs. Im Studium komme es zudem darauf an, sich selbst zu organisieren und Lernzeiten eigenständig zu strukturieren.
Vom Studium erwartet sie, ihr Wissen aus Ausbildung und Praxis zu vertiefen und neue Themen kennenzulernen. Einen Lieblingsbereich hat sie noch nicht, vielmehr ist sie offen für alle Inhalte. Wichtig ist ihr allerdings, das Gelernte später in ihre Abteilung einzubringen. Konkrete Pläne für mehr Verantwortung gebe es noch nicht. Dennoch sehe sie im Studium eine gute Grundlage dafür.
Neue Wege für Gesundheitsberufe
Warum ein solcher Studiengang gerade jetzt wichtig ist, begründet Pfenninger mit ihrer eigenen Berufsgruppe. »Für Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten gibt es bisher nur wenige Möglichkeiten, sich nach der Ausbildung weiterzubilden«, sagt sie. Dabei entwickle sich die Medizin ständig weiter und brauche dringend qualifizierte Fachkräfte. Studiengänge wie dieser ermöglichten es deshalb, Praxiserfahrung wissenschaftlich zu erweitern und neue berufliche Wege zu eröffnen.