Von Redaktion, Fotos: aim
Zum Auftakt der Langen Nacht der Demokratie kamen am 2. Oktober 1.250 Kinder und Jugendliche zum Demokratietag der Heilbronner Schulen bei der aim auf dem Bildungscampus. Grundschulkinder erfuhren in der Aula, wie das Grundgesetz entstand. Ältere Schülerinnen und Schüler diskutierten in 21 Workshops. Dazu zeigt die Grundgesetz-Challenge der aim Kunstwerke von 34 Schulen und zwei Lehrkräfte-Seminaren.
Pizza oder Nudeln? Darüber stimmten fünf Kinder auf der Bühne der Aula ab. Allerdings zählten ihre Stimmen nicht gleich viel. Ein Mädchen trug einen Hut, denn sie hatte in diesem Spiel das meiste Geld. »Ihre Stimme zählt fünffach!«, erklärte TV-Moderatorin Clarissa Corrêa da Silva. Das Mädchen stimmte für Pizza, und die Nudeln hatten keine Chance.

Mit dieser Abstimmung machten Corrêa da Silva und Jana Forkel das preußische Dreiklassenwahlrecht greifbar. Wer damals viele Steuern zahlte, also viel Geld hatte, durfte mehr entscheiden. Dabei stand eine große Frage im Raum: Ist eine Entscheidung fair, wenn eine einzelne Stimme mehr zählt als alle anderen? Die Kinder überlegten zudem, wie sie sich für ihre Rechte einsetzen können. Ihre Ideen reichten von einer eigenen Zeitung über einen Besuch beim Bürgermeister bis zum Protest.
Demokratietag der Heilbronner Schulen mit 1.250 Teilnehmenden
Insgesamt feierten 1.250 Kinder und Jugendliche von Heilbronner Schulen mit der aim in den Tag der Deutschen Einheit hinein. Auf dem Rücken ihrer türkisfarbenen T-Shirts stand dabei »Celebrate Democracy«. Der Tag bildete zugleich den Auftakt zur Langen Nacht der Demokratie in Heilbronn.
Zunächst ging es in der Aula für die Grundschulkinder um die Entstehung des Grundgesetzes. Am Ende erklärten die Moderatorinnen, was heute gilt. Denn Kinder haben unter anderem ein Recht auf Beteiligung, Gesundheit, Bildung, Spielen, Schutz und Erziehung ohne Gewalt. Damit die Botschaft hängen bleibt, riefen die Kinder lautstark »Kinderrechte!« zurück.

Fakten checken und Geschichte kennen
Die älteren Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich in 21 Workshops mit Fragen aus ihrem Alltag. Dabei ging es etwa darum, welchen Informationen man vertrauen kann und welche Rechte Menschen erkämpfen mussten. Was sie mitnahmen, zeigen beispielsweise Marlo und Jiyan aus der zehnten Klasse. Marlo will künftig Fakten checken, wenn er Videos im Internet sieht, etwa auf TikTok oder Instagram. Jiyan blickt dagegen vor allem auf die Geschichte. »Es ist krass, dass Frauen vor 100 Jahren nicht wählen durften«, sagt sie. Deshalb sei es wichtig, dass junge Menschen die Geschichte kennen und nicht vergessen.

Grundgesetz-Challenge: Kunst zu den Grundrechten
Wie junge Menschen auf das Grundgesetz blicken, zeigt die Grundgesetz-Challenge der aim. Dafür gestalteten insgesamt 34 Schulen und zwei Lehrkräfte-Seminare Kunstwerke zu den Artikeln des Grundgesetzes. So machen sie die Auseinandersetzung mit den Grundrechten öffentlich sichtbar. Zur Eröffnung der Langen Nacht der Demokratie prämierten die Heilbronner Schulen und die aim auf dem Marktplatz die besten Arbeiten. Bis zum 5. Oktober war die Ausstellung im Innenhof des Rathauses zu sehen. Danach wandert sie laut aim auf den Bildungscampus.