Frauenwirtschaftstage an der DHBW Heilbronn: Mehr Frauen fit für KI

Von Redaktion, Fotos: DHBW Heilbronn

Unter dem Motto »Zwischen allem entsteht Zukunft« haben sich bei den 22. Frauenwirtschaftstagen in Heilbronn 120 Besucherinnen in fünf Workshops weitergebildet. Der Seminartag fand in den Räumen der DHBW Heilbronn statt, getragen von acht Partnerinnen aus der Region Heilbronn-Franken. In ihrer Keynote ging Dr. Paula González Avalos der Frage nach, wie Frauen den Gender AI Gap verkleinern können.

37 Prozent der befragten Frauen nutzen KI im Berufsalltag. Bei den Männern sind es bereits 53 Prozent. So steht es in einer Studie der Initiative D21 und des IAB zum Gender AI Gap. Laut DHBW kann der Unterschied schon jetzt weitreichende Folgen haben. Denn Frauen hätten dadurch weniger Zugang zu technologischen Schlüsselressourcen, was ihre Teilhabe und ihre Karrierechancen verringere. Um diese Lücke ging es in der diesjährigen Keynote.

Warum es die Frauenwirtschaftstage in Heilbronn gibt

Bis zur Gleichstellung der Geschlechter in allen gesellschaftlichen Bereichen dauert es laut DHBW voraussichtlich noch 120 Jahre. Bei der wirtschaftlichen Gleichstellung belegt Deutschland laut World Economic Forum weltweit nur Platz 80.

»Darum gibt es den Frauenwirtschaftstag: eine Plattform, um Frauen aus der Region Heilbronn-Franken zu informieren, ihnen Impulse zu geben und sie zu stärken, ihre Kompetenzen in die Gestaltung der Gesellschaft einzubringen«, sagte Prof. Dr. Yvonne Zajontz zur Begrüßung. Sie ist Gleichstellungsbeauftragte der DHBW Heilbronn und leitet dort den Studiengang BWL-Dienstleistungsmanagement/Media, Vertrieb und Kommunikation.

Die weibliche Perspektive in der KI

Dr. Paula González Avalos leitet die AI Academy am ai applied institute Europe. Laut DHBW weiß sie, wie es sich anfühlt, die einzige Frau im Entwicklerteam oder bei einer IT-Konferenz zu sein. In ihrer Keynote machte sie deutlich, dass die weibliche Perspektive nicht erst bei der Nutzung von KI eine Rolle spielt.

Ein Beispiel dafür liefert die Forscherin Joy Buolamwini. Bei ihrer Forschung zur Bilderkennung bemerkte sie, dass der Algorithmus sie nicht erkannte. Dem System fehlten schlicht Trainingsdaten von schwarzen Frauen. KI bilde deshalb nicht immer die Realität ab, sondern eine mit verzerrten Daten trainierte Welt.

Auch bei der Zielsetzung von KI-Modellen zählt die weibliche Perspektive. Welche Probleme löst die KI? Spielen Lösungen in der Frauenheilkunde oder bei häuslicher Gewalt eine Rolle?

Fünf Workshops, fünf Themen

Nach der Keynote leitete González Avalos auch einen der Workshops. Darin ging es um KI-Kompetenzen im Berufsalltag und die Mechanismen hinter KI. Bei Cornelia Hildebrandt ging es dagegen darum, warum die Erfolge von Frauen oft unsichtbar bleiben. Außerdem zeigte sie, wie man innere Barrieren überwindet und die eigenen Leistungen zielgerichtet kommuniziert.

Mediatorin Isabelle Terrier gab praktische Tipps zur Achtsamkeit im Alltag, zudem machten die Teilnehmerinnen erste Gehversuche in der Meditation. Berater und Rhetor Bernd Rex erklärte, wie das nächste Nein gelingen kann und welche Schichten einer Kommunikation zugrunde liegen. Coachin Daniela Stotz zeigte schließlich, wie man auf verbale Angriffe reagiert. Ihr Workshop trug den Titel »Souverän bleiben, Grenzen setzen, Stärke zeigen«.

Kinderbetreuung während des Seminartags

In der Mittagspause bot der Türkische Frauenverein ein Buffet mit Spezialitäten an. Von anderen Angeboten unterscheidet die Frauenwirtschaftstage laut DHBW die Kinderbetreuung. Mütter konnten ihre Kinder in einem eigens eingerichteten Kinderzimmer von einer Fachkraft betreuen lassen und sich parallel weiterbilden.

Unter den Teilnehmerinnen waren Berufseinsteigerinnen und Studentinnen, aber auch Frauen, die Kinder und Berufsalltag ausbalancieren, sowie erfahrene Führungskräfte. »Dass die Frauenwirtschaftstage immer sehr schnell ausgebucht sind, zeigt, dass wir mit dem Seminartag […] ein bedarfsgerechtes Bildungsangebot für Frauen geschaffen haben«, sagte Silvia Payer, Frauenbeauftragte der Stadt Heilbronn. Ende des Jahres will die Stadt gemeinsam mit der DHBW Heilbronn außerdem wieder den Gender Report der Stadt Heilbronn vorstellen.

Acht Partnerinnen aus der Region

Die Frauenwirtschaftstage sind jedes Jahr eine Teamleistung. Beteiligt sind die Kontaktstelle Frau und Beruf Heilbronn-Franken, die Hochschule Heilbronn und die ai applied Europe GmbH. Dazu zählen auch die Frauenbeauftragte der Stadt Heilbronn und das Haus der Familie. Hinzu kommen die Bundesagentur für Arbeit, das Landratsamt Heilbronn und die DHBW Heilbronn.

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