Quantencomputer an der Hochschule Heilbronn: Erste HAW in Deutschland mit eigenem System

Von Redaktion, Foto: Hochschule Heilbronn

Der Quantencomputer der Hochschule Heilbronn ist am TechCampus eingetroffen. Damit verfügt als erste Hochschule für angewandte Wissenschaften in Deutschland eine HAW über diese Technologie. Der Quantencomputer der Hochschule Heilbronn ist ein IQM Spark mit fünf Qubits. Zum Wintersemester startet zudem der Schwerpunkt »Quantencomputing und Kryptografie«.

Große Anschaffungen kommen selten zum großen Moment. Der Quantencomputer der Hochschule Heilbronn (HHN) traf in der vorlesungsfreien Zeit ein. Auf dem TechCampus war es entsprechend ruhig.

Trotzdem markiert die Lieferung einen Einschnitt. Denn die HHN ist damit die erste Hochschule für angewandte Wissenschaften in Deutschland, die über diese Technologie verfügt.

Quantencomputer der Hochschule Heilbronn: ein IQM Spark mit fünf Qubits

Beim System handelt es sich um das Modell IQM Spark mit fünf Qubits. Implementiert wird es vor Ort durch den Innovationspartner Bechtle. Danach folgen die Integration der erforderlichen Infrastruktur und die Inbetriebnahme.

Anschließend lässt sich das Gerät schrittweise nutzen. Vorgesehen sind Lehre, Forschung und weitere Anwendungsfelder. Damit ist die Anlieferung erst der Anfang eines längeren Prozesses.

Was Studierende daran lernen sollen

Künftig können Studierende der HHN direkt am und mit dem Quantencomputer arbeiten. Dabei geht es zunächst um die theoretischen Grundlagen der Quantenphysik. Ebenso lernen sie bekannte Algorithmen kennen und wenden diese an.

Hinzu kommt die Untersuchung praktischer Einsatzmöglichkeiten. Die Anwendungsfelder reichen von Optimierungsproblemen in der Informatik über Kryptografie bis zur Lieferkettenoptimierung. Auch Molekülsimulationen gehören dazu.

»Quantencomputing wird in den kommenden Jahren zahlreiche Branchen verändern«, sagte Professor Oliver Lenzen, Rektor der Hochschule Heilbronn. Deshalb sei es wichtig, dass Studierende die Technologie in der komplexen Theorie kennenlernten. Ebenso gelte das für die praktische Umsetzung als Hardware. Mit dem Gerät hole die Hochschule ein Stück Zukunft auf den Campus.

Drei Professoren als Kern eines Kompetenzzentrums

Neben der Hardware verfügt die HHN bereits über einschlägige Expertise. Drei Professoren befassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Technologie.

David Kreplin ist Professor für angewandtes Quantencomputing und mathematische Modellierung. Alexander Windberger ist Professor für Künstliche Intelligenz, Algorithmen und praktische Informatik. Beide gehören der Fakultät Informatik an.

Javier Villalba-Diez ist Mitglied der Fakultät Wirtschaft. Er ist Forschungsprofessor für Quantum Computing mit dem Schwerpunkt mathematische Physik der Informationsverarbeitung im Hochleistungsrechnen. Gemeinsam bilden die drei den Kern des künftigen Kompetenzzentrums für Quantencomputing an der HHN.

Neuer Schwerpunkt schon zum Wintersemester

Auf die Technik muss die Lehre nicht warten. Mit dem Wintersemester, das am 28. September beginnt, startet der Schwerpunkt »Quantencomputing und Kryptografie«. Angesiedelt ist er im Studiengang Wirtschaftsinformatik der Fakultät Wirtschaft.

Federführend ist dabei Professor Javier Villalba-Diez. Damit greift der Studienbetrieb das Thema auf, bevor das System vollständig in Betrieb ist.

Geplant ist außerdem eine Einweihungsveranstaltung mit Bürgeruni. Damit will die Hochschule den Quantencomputer auch der Öffentlichkeit vorstellen. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.

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